Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarque, original text

Es gab ja Tausende von Kantoreks, die alle überzeugt waren, auf eine für sie bequeme Weise das Beste zu tun. Darin liegt aber gerade für uns ihr Bankerott.

 

Sie sollten uns Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden, zur Welt der Arbeit, der Pflicht, der Kultur und des Fortschritts, zur Zukunft. Wir verspotteten sie manchmal und spielten ihnen kleine Streiche, aber im Grunde glaubten wir ihnen. Mit dem Begriff der Autorität, dessen Träger sie waren, verband sich in unseren Gedanken größere Einsicht und menschlicheres Wissen. Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung. Wir mußten erkennen, daß unser Alter ehrlicher war als das ihre; sie hatten vor uns nur die Phrase und die Geschicklichkeit voraus. Das erste Trommelfeuer zeigte uns unseren Irrtum, und unter ihm stürzte die Weltanschauung zusammen, die sie uns gelehrt hatten.

 

Während sie noch schrieben und redeten, sahen wir Lazarette und Sterbende; — während sie den Dienst am Staate als das Größte bezeichneten, wußten wir bereits, daß die Todesangst starker ist. Wir wurden darum keine Meuterer, keine Deserteure, keine Feiglinge—alle diese Ausdrücke waren ihnen ja so leicht zur Hand —, wir liebten unsere Heimat genauso wie sie, und wir gingen bei jedem Angriff mutig vor; — aber wir unterschieden jetzt, wir hatten mit einem Male sehen gelernt. Und wir sahen, daß nichts von ihrer Welt übrigblieb. Wir waren plötzlich auf furchtbare Weise allein; — und wir mußten allein damit fertig werden.

 

All Quiet on the Western Front

Erich Maria Remarque, trans. Spencer Nelson

There were thousands of Kantoreks, all convinced that they were doing the best they could in the way that was most comfortable for them. This, however, was precisely how they failed us.

 

At only eighteen years old, they should have been our mediators and guides to the world of adulthood, to the world of work, duty, culture and progress, to the future. Sometimes we mocked them and played little pranks on them, but ultimately, we believed them.  The concept of authority, of which they were the bearers, was bound in our minds with greater insight and humane wisdom. But the first deaths we saw smashed this conviction. We had to realize that our generation was more honest than theirs; the only things they had on us were subtlety and skill with words. The first artillery barrage showed us our error, and beneath it, the world view that they had taught us collapsed.

 

While they were still writing and talking, we saw field hospitals and the dying. While they designated service to the state as the greatest human emotion, we already knew that the fear of death was stronger. This did not cause us to become mutineers, deserters, cowards – all these expressions came so easily to hand for them – for we loved our homeland just as much as they did, and with every attack we went courageously forward. But now we are able to discern, we had learned all at once to see. And what we saw was that nothing was left of their world.  We were suddenly terribly alone, and we had to make our way through on our own.

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